Szenario Photovoltaik Zubau bis 2035

35 TWh aus PV machbar – Rahmenbedingungen entscheidend!

Die Grafik basiert auf einem einfachen Modell, welches die bisherige rasante Entwicklung unter der Annahme eines starken Rückgangs des jährlichen Wachstums des Zubaus und einer baldigen Stabilisierung des jährlichen Zubaus von PV Leistung fortschreibt unter der Prämisse, dass bis 2035 die erwarteten 35 TWh Produktion resultieren sollen. 

Verwendete Parameter: 

  • Historische Daten der Schweizerischen Gesamtenergiestatistik (Quelle: Bundesamt für Energie)
  • Konservative Schätzung von 50% Wachstum des Zubaus im laufenden Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr (Rechsteiner prognostizierte 58% auf der Basis plausibler Daten und historischen Verhältniszahlen zwischen Pronovo Anmeldungen und den vom BFE gemessenen Ausbauten (Quelle: Rudolf Rechsteiner)) 
  • Abschwächung des Wachstums auf 12% im 2025; Stabile Fortschreibung fixer Zubauten ab 2026 
  • Annahme, dass nur 30% der neu installierten Leistung eines Jahres zur Elektrizitätsproduktion im selben Jahr beiträgt (mit diesem Modell lassen sich die historischen Zahlen am besten in Einklang bringen) 
  • Verwendung des Mittelwerts von 939 kWh/kWp aus der Datenreihe der letzten 5 Jahre zur Berechnung des effektiven mittleren Ertrags aus der installierten Leistung für die folgenden Jahre 

Es ist uns klar, dass alles dagegenspricht, dass das Wachstum der PV so weiterläuft wie es aktuell der Fall ist und dass es auch Argumente gibt, welche für Reduktionen in den Zubaumengen sprechen. Andererseits wurde das Wachstum in diesem Bereich seit jeher unterschätzt und die gefallenen Preise eröffnen der PV zusätzliche Wirkungsbereiche im Bereich vertikaler Applikationen (Wintermonate) und die Nutzung von Ost-West Ausrichtungen zur besseren Verteilung der Stromproduktion über den Tag. 

Deshalb wollten wir aufzeigen, dass es nicht abwegig ist, die erwarteten 35 TWh bis 2035 zu erreichen selbst wenn die Zubauraten nicht weiter wachsen (d.h. die Branche kann langsam konsolidieren und braucht personell nicht mehr so enorm zu wachsen wie die letzten 10 Jahre). Und selbst wenn die Zubauraten etwas zurückgehen gibt es ja noch die anderen Segmente erneuerbarer Energien welche noch am Wachsen sind.

Text: Mark Wyler

Für sichere Versorgung mit erneuerbaren Energien

Text: Ruedi Meier und Walter Ott

Die Dekarbonisierung der Energieversorgung wird im Wärme- und im Mobilitätsbereich neben Effizienzsteigerungen und Sparbemühungen zu einer Elektrifizierung mit steigendem Stromverbrauch führen. Die Revisionen des Bundes-Energiegesetzes (EnG) und des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) sollen nun die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen ergänzen.

Fotovoltaik im Kanton Bern

Fotovoltaik und Windkraft im Kanton Bern stellen die Dekarbonisierung und Energieversorgung sicher.

«Politik steht nie still»: So steht es in den Regierungsrichtlinien 2023-2030 des Kantons Bern geschrieben. So werden darin Rahmenbedingungen für eine wirkungsvolle nachhaltige Entwicklung postuliert.  Und der «Kanton Bern wird bis 2050 klimaneutral». Die Energiestrategie von 2006 stellt die einheimischen, erneuerbaren Energieträger und mehr Energieeffizienz in den Vordergrund. «Insbesondere ist der Beitrag der Wasserkraft zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit zu erhöhen». Angesicht von rund 70 Prozent fossilen Energieimporten stellt sich die Frage, ob die strategischen Ziele und Grundsätze ausreichen? 

Ohne Zweifel wird mit dem Trift-Projekt ein Beitrag an eine verbesserte Versorgungssicherheit geleistet. Die zusätzlichen rund 100 GWh Winterstrom sind beachtlich und werden hoffentlich rasch ans Netz gehen. Für die zurecht geforderte Dekarbonisierung mit den hocheffizienten Wärmepumpen, der Elektromobilität und dem Ausstieg aus der Kernkraft bis spätestens 2050 braucht es relativ wenig, aber immerhin rund 20-30 Prozent mehr Strom gegenüber dem heutigen Verbrauch. Das zweckmässige Triftprojekt und weitere Wasserkraftwerke reichen da bei weitem nicht. Weitere Trumpfkarten des Kantons Bern müssen gespielt werden: Der Kanton Bern verfügt über das schweizweit grösste Potential an Solar – und Windenergie. Bei der Fotovoltaik gilt es alle Kategorien forciert auszubauen. Dabei sind alpine Solaranlagen mit ihrem hohen Winteranteil von rund 50 Prozent speziell erwünscht. Die vorliegenden 30 Projekte dank privater Initiative dürfen nicht einfach ausgebremst werden. Natürlich sollten auch alle geeigneten Dachflächen und Fassaden bei Neubauten und Sanierungen genutzt werden. Infrastrukturen im Verkehrsbereich, aber auch Agro-Fotovoltaik sind ein weiteres Eldorado für Solarstrom. 

Das Schweizer Windpotential von 30 TWh liegt zu rund 20 Prozent im Kanton Bern. An die erfolgreiche Pionierphase des Kantons Bern im Windbereich sollte angeknüpft werden. Ein hoher Beitrag an eine sichere Winterstromversorgungen muss realisiert werden.

Im Lead für die Dekarbonisierung und Versorgungssicherheit stehen vor allem private Investoren. Die öffentliche Hand muss aber klare Ziele festlegen. Der Kanton hat es zudem in der Hand, zusammen mit den Regionen und Gemeinden Weltmeister mit beschleunigten Verfahren zu werden. Dazu gehören gestraffte und befristete Verfahren wie es der Bund zu Recht angedacht hat, aber von den Kantonen und Gemeinden effektiv vollzogen werden müssen.

Weiter ist die Zusammenarbeit mit den Energieversorgern zu gewährleisten. Kostendeckende Rückliefertarife, welche die eidgenössischen Fördermittel ergänzen, sind ein konkretes Element. Klare Planungen der notwendigen intelligente Netze mit gezielten Ausbauten tragen zum Erfolg der anvisierten Politik bei. 

Die Berner Hochschulen sind seit Jahrzehnten im Bereich erneuerbare Energie in Poolposition: Ihre Stellung ist im Bereich Forschung, Entwicklung, Aus- und Weiterbildung zu stärken.

Der Kanton Bern hat allen Grund die Energiewende mit klaren Zielsetzungen und Vorgaben zu forcieren. Es resultiert ein Gewinn für den Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort und die Umwelt. 

Dr. Ruedi Meier, Präsident energie-wende-ja.ch