«Aufgrund unklarer Basisdaten ergab sich bei der Stellungnahme vom letzten Newsletter (vom 11. September 2023) eine Differenz zu den von Swissgrid ausgewiesenen Produktionspotenzialen anfangs 2025. Dies ist in der nun vorliegenden Stellungnahme vom 24.10.2023 bereinigt. An den Schlussfolgerungen bezüglich der dringlich benötigten zusätzlichen Simulationsrechnungen, ausgehend von zuerst zu aktualisierenden Ausgangs- und Perspektivdaten sowie bezüglich des mindestens bis 2025 fehlenden Bedarfs zusätzlicher thermischer Kraftwerksreserven ändert sich dadurch nichts.»
Das Wichtigste in Kürze
- Die Änderung der Winterreserveverordnung ist in der vorliegenden Form abzulehnen. Es besteht kein dringender Handlungsbedarf, sofern der laufende Ausbau der erneuerbaren Energien weiter forciert vorangetrieben wird, die Notstromaggregate in Krisensituationen genutzt werden und die bestehenden Reservekraftwerke notfalls betrieben werden können.
- Eine Verlagerung der Kompetenzen für Ausschreibungen von der SwissGrid zum BFE ist abzulehnen. Die vorhandene Kompetenz ist weiter zu nutzen und auf personelle Aufstockungen ist zu verzichten.
- Auf die Kostenübernahme von Ausschreibungen (ca. 50 Millionen Franken) ist zu verzichten.
Fazit zu den Grundlagen
- Die Berechnungen sind mit den effektiven Werten für 2022 vorzunehmen. Die Ausgangswerte für die verfügbaren Produktionskapazitäten Ende 2022 liegen um 310 MW höher.
- Werden realistische Wachstumsannahmen über den Zubau der erneuerbaren Energien getroffen, so resultiert anfangs 2025 ein Plus von 2’140 MW (höherer Ausgangswert 2022 +310 MW; Wind +100 MW; PV +1’730 MW) bis 2’230 MW (höherer Ausgangswert 2022 +310 MW; Wind +200 MW; PV +1’730 MW) gegenüber den vorliegenden Berechnungen von SwissGrid für 2025 mit 27’500 MW (Tabelle 2/SwissGrid, Anhang). Die 2025 «fehlenden» maximal 400 MW Reservekapazität für ein Worst-Case-Szenario werden also mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit im Jahr 2025 bereits vorhanden sein.
- Zudem macht der Einbezug der bestehenden Reservekraftwerke sowie der Notstromaggregate in die Berechnungen den zusätzlichen Zubau von Reservekapazitäten kurz- bis mittelfristig definitiv obsolet.
- Neben der Aktualisierung der bisherigen Simulationen für 2025 sind dringendst entsprechende Simulationen auf der Basis der aktuellen Ausgangslage und aktualisierter Perspektiven auch für die Jahre 2030 und 2035 von Swissgrid zu erarbeiten. Sie sind für die anstehenden Entscheidungen unerlässlich.
