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Ewj anerkennt, dass mit der fortschreitenden Verbreitung von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) die Einnahmen aus der Mineralölsteuer sinken. Um die Finanzierung der Strasseninfrastruktur zu sichern, muss das Abgabesystem daher langfristig angepasst werden. Das Anliegen einer nachhaltigen Strassenfinanzierung unterstützt ewj grundsätzlich – auch Elektrofahrzeuge sollen auf lange Frist zur Finanzierung der Verkehrswege beitragen.
Dabei erachtet ewj eine neue Abgabe auf Elektrofahrzeugen bereits im Jahr 2030 alsübereilt. Damit würde die Elektromobilität als tragende Säule der Energiestrategie ausgebremst. Der Marktanteil der BEV hinkt den Bundeszielen deutlich hinterher. Ewj hat den Ausbau der E-Mobilität stets unterstützt. Eine Abgabe ab 2030 auf Elektroautos, die zu diesem Zeitpunkt leider erst einen kleinen Bruchteil des Fahrzeugbestands ausmachen, würde deren Marktdurchdringung weiter bremsen und die Attraktivität fossiler Antriebe länger unterstützen.
Die Energiedirektorenkonferenz (EnDK) hat die revidierten MuKEn2025 veröffentlicht. Ziel ist es, die kantonalen Energiegesetze zu harmonisieren und die Energiewende in der Schweiz voranzubringen.
Positiv aus Sicht von energie-wende-ja: – Wärmeerzeugung bei Neubauten und Heizungsersatz muss zu 100 % erneuerbar erfolgen. – Die Pflicht zur Eigenstromerzeugung wird erhöht (20 kWh/m² bei Neubauten). – Neue Module zu Elektromobilität, Gebäudehülleneffizienz und Gebäudeautomation stärken den Klimaschutz. – Das geforderte Modul «Intelligente Steuerungen und Regelungen» wurde neu aufgenommen (freiwillig).
Kritisch zu bewerten: – Keine Vorgaben für dezentrale Speicher, obwohl sie zentral für Energie-Hubs wären. – Der Fokus liegt nur auf beheizten Gebäuden, Potenziale unbeheizte Gebäude bleiben ungenutzt. – Winterstromproduktion wird weiterhin kaum berücksichtigt.
Fazit: Einige Fortschritte sind erreicht – doch für eine echte Energiewende braucht es mehr Mut zu verbindlichen Vorgaben.
energie-wende-ja ist der Ansicht, dass die vorgeschlagenen Verordnungsänderungen den gesetzlich vorgegebenen Spielraum der Legislative aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur zum Teil ausschöpft, so dass wir bezweifeln, dass damit die gesetzlichen Zielvorgaben erreicht werden können. «energie-wende-ja» fordert daher, dass Anpassungen vorgenommen werden und dass das BFE die veränderten gesetzlichen Rahmebedingungen besser nutzt , um die gesetzlich vorgegebenen Ziele auch erreichen zu können.
Zusammenfassend ergeben sich folgende Forderungen:
Die Reservekraftwerke der Elcom/BFE sind nicht gerechtfertigt. Es gibt bessere, günstigere Alternativen: Forcierter Zubau Erneuerbare Energie, Wasserkraftreserven, Notstromaggregate, abschaltbare Verträge etc.
Die sich abzeichnende «Delle PV 2025/2026» ist sofort zu bekämpfen mit u.a. mehr PV-Auktionen: Mindestens 4-5 statt nur 2-3 im Jahre 2025.
Die Energieförderungsverordnung für u.a. Alpine Solaranlagen ist viel zu kompliziert: Der Vollzug soll über die eingespielten Kanäle der Pronovo laufen.
Ein JA zum Stromabkommen ist zweckmässig. Es braucht eine breite Allianz für flankierende Massnahmen, u.a.:
Weitergehende Ziele für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien.
Zentrale Förderung – inklusive v.a. auch Rückspeisevergütungen – mit wirtschaftlichen Fördersätzen, Vorhersehbarkeit.
Verluste von Einnahmen der öffentlichen Hand durch reduzierte Gewinn- und Einnahmeablieferungen sind durch Steuereinnahmen zu ersetzen.
Feedbacks zum Referat und den Ausführungen nimmt Ruedi Meier gerne entgegen: ruedimeier@bluewin.ch.
«Energiewende braucht klare Strategie, Netzausbau und leistungsfähige Energieversorger»
Am 9. Mai 2025 fand in der Aeschbachhalle Aarau eine gut besuchte und hochkarätig besetzte Veranstaltung zur Zukunft der Energieversorgung statt. Unter dem Titel «Energiewende braucht klare Strategie, Netzausbau und leistungsfähige Energieversorger» diskutierten Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Energiewende.
Frau Nadine Brauchli präsentierte die neue Strategie des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), während alt Nationalrat Rudolf Rechsteiner über die Perspektiven des Ausbaus erneuerbarer Energien sprach. Marc Vogel von Swissgrid erläuterte zentrale Punkte des dringend notwendigen Netzausbaus, und Walter Ott stellte eine zukunftsgerichtete Eignerstrategie für die Axpo Holding AG vor. Den Blick in die Praxis rundete Peter Stutz mit spannenden Einblicken in alpine Solaranlagen ab.
Die lebendige Diskussion mit dem Publikum zeigte: Die Energiewende ist machbar – aber sie braucht klare Rahmenbedingungen, verlässliche Partnerschaften und eine offene, faktenbasierte Debatte.
Wir danken allen Teilnehmenden, Referierenden und Mitwirkenden herzlich für ihr Engagement und Interesse.
Videos und Präsentationen vom Event
Thema: Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) / VSE Studie: Energiezukunft 2050 Nadine Brauchli, Bereichsleiterin Energie, Mitglied der Geschäftsleitung VSE
Thema: Forcierter Ausbau der Erneuerbaren Energien, insbesondere Fotovoltaik und mehr Energieeffizienz Dr. Rudolf Rechsteiner, a. Nationalrat, Dozent ETH, Basel
Thema:Verstärkter Netzausbau für die Energiewende Notwendige Netzprojekte und deren Kosten. Regionale Netzkoordination als Mittel zur Verfahrensbeschleunigung. Marc Vogel, Principal Specialist Market Strategy Market, Swissgrid
Thema:Eignerstrategie AXPO – Herausforderungen und neue Stossrichtungen Walter Ott, Ökonom UNIZH und dipl. El. Ing. ETHZ, Senior Consultant für energie- und volkswirtschaftliche Fragen
Grosses Plenum gemeinsame Diskussion über alle 4 Vorträge mit Fragen und Antworten Dr. Ruedi Meier, Nadine Brauchli, Dr. Rudolf Rechsteiner, Marc Vogel, Walter Ott, Peter Stutz